Oder wie die Schildbürger darangingen, ihre Stadt neu zu errichten.
Die Geschichte:
Die Bürger von Schilda lebten glücklich in ihrer kleinen seltsamen Stadt, bis sich dort eines Tages eine Katze niederließ. Die Schildbürger, die noch nie zuvor eine Katze gesehen haben und dieses furchteinflößende Raubtier "Maushund" nannten, versuchten alles, um dieses zu vertreiben. Sie zündeten immer das Gebäude an, in dem die Katze es sich gemütlich gemacht hatte. So dauerte es nicht lange und die ganze Stadt Schilda brannte lichterloh. Das Tier flüchtete, die Schildbürger waren begeistert über ihren Erfolg. Doch schon am nächsten Morgen stellten sie fest, dass es wohl doch keine so kluge Idee war, den gefährlichen "Maushund" auf diese Art davonzujagen, denn ihre Stadt bestand nur noch aus Schutt und Asche.
Nachdem die Bürger betrübt ihre wenigen unversehrten Habseligkeiten zusammengesucht hatten, um sich in anderen Städten häuslich niederzulassen, hielt sie der Bürgermeister zurück und schlug vor, die Stadt neu aufzubauen und zwar so beeindruckend, dass Schilda die berühmteste Stadt der Welt werden würde.
Die Bürger waren begeistert, der Bürgermeister wollte ganz viele Museen bauen lassen. Da sie aber keine Ausstellungsstücke mehr hatten, sollten einfach keine Fenster eingebaut werden, so würde es keinem auffallen. Schiefe Wirtshäuser wollte der Wirt erbauen lassen, damit die Gäste, die zu tief ins Glas geguckt hatten, in Schilda trotzdem noch gerade stehen konnten. Der Lehrer wollte hohe Schultürme, damit die Schüler die beste Aussicht haben. Der Schmied meinte, die Rathäuser sollten dreieckig werden, damit der Bürgermeister, wann immer er wollte, im Dreieck springen konnte. Die Feuerwehr wollte viele Feuerwachen mit Blasebälgen oben auf dem Dach, damit ein Feuer einfach ausgeblasen werden kann. Der Pastor wollte überall Kirchtürme stehen haben und der Schuster meinte, zum Wohle der Bürger sollten überall Toilettenhäuschen stehen, damit diese immer und überall ihren dringenden Bedürfnissen nachgehen konnten.
Gesagt, getan. Alle Bürger beteiligten sich voller Eifer an dem Großprojekt "Stadt neu errichten" und besichtigten zufrieden ihre neuen Bauwerke bei einem gemeinsamen Rundgang, bis sich die sonst eher schweigsame Frau des Bürgermeisters zu Wort meldete und fragte, wo denn die Stadtmauern, die Straßen und der Fluss geblieben sind.
Das Chaos brach aus, denn die Schildbürger, die nun versuchten, die vergessenen Straßen, Stadtmauern und den Fluss unterzubringen, mussten hierfür das eine oder andere Gebäude abreißen. Alles ging Drunter und Drüber, denn jeder versuchte natürlich, sein "Wunschgebäude" zu retten.
Das Spiel:
Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Schildbürgers und wird zum Baumeister seines Wunschgebäudes. Nun versucht er mit seinen Arbeitern seine Bauwerke zu erhalten, trotz des Baus von Straßen, Stadtmauern und dem Fluss. Das ist nicht so einfach, denn dieses Ziel verfolgen auch die anderen Baumeister. Jeder Gebäudetyp ist fünf Mal auf dem Spielplan abgebildet. Wer am Ende noch die meisten Gebäude stehen hat, gewinnt das Spiel.
Zu Beginn des Spieles bekommt jeder Schildbürger 8 Schildbürgerkarten und eine bestimmte Anzahl an Straßen-, Stadtmauer- und Flusskärtchen, die je nach Anzahl der Spieler variieren. Auch die Karte über das Gebäude, welches man zu verteidigen hat, wird am Anfang verdeckt ausgeteilt, denn kein Spieler darf das Wunschgebäude der anderen Spieler kennen.
Ein Spieler wird bestimmt, das Spiel zu beginnen. Er fängt an, ein Straßen-, Stadtmauer- oder Flusskärtchen dort abzulegen, wo sich ein Bautrupp befindet. Dieses setzt er dann auf sein Kärtchen, so dass der Nächste an dieser Stelle weiterbauen kann.
Nach und nach werden die Straßen- und Stadtmauern, sowie der Fluss immer länger und einige Gebäude mussten ihnen weichen.
Sobald eine Baugruppe an ein Toilettenhäuschen gelangt, müssen alle Spieler gefragt werden, ob das stille Örtchen abgerissen werden darf. Hierfür gibt es die Schildbürgerkarten mit verschiedenen Antwortmöglichkeiten: JA und NE zählen eine Stimme JEEIIN ist ein Joker und zählen entweder zwei JA oder aber zwei NEIN Stimmen, je nachdem, wie es gerade gebraucht wird. JAA und NEE zählen zwei Stimmen und JAAA und NEEE haben sogar den Wert von drei Stimmen. Der Schildbürger, der weder JA noch NE sagt, zählt gar keine Stimme.
Wichtig sind diese Karten, da immer irgendein Gebäude mit einem Toilettenhäuschen verbunden ist und durch das Verschwinden dieses Örtchens verschwindet dann auch ein Gebäude. Ärgerlich nur, wenn es das eigene Bauwerk ist. Das muss verhindert werden und so liegt es nahe, dass die beste Schildbürgerkarte genommen wird. Doch auch hier muss Köpfchen eingesetzt werden, denn nachdem die Karte einmal eingesetzt wurde, wird sie aus dem Spiel genommen.
Das Spiel endet, wenn kein Spieler mehr ein Plättchen legen kann. Alle decken ihre Gebäudekarten auf. Jeder Spieler zählt die Punkte seiner nicht überdeckten Gebäude. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl ist der Sieger.
Inhalt:
1 Spielplan; 60 Plättchen mit Fluss, Stadtmauer und Straße; 4 Bautrupps; 32 Schildbürgerkarten; 6 Gebäudekarten; 10 Zusatzkarten; 1 Spielregel